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    Was Sie beim Kauf eines Youngtimers beachten müssen

    Youngtimer – also Autos im Alter von 15 bis 30 Jahren – eignen sich auch als Alltagsfahrzeuge. Ihre Qualiäten werden gemeinhin unterschätzt. Dabei sind sie günstig im Unterhalt und wenig anfällig – wenn man auf einige wesentliche Punkte achtet. Worauf Sie bei der Auswahl des geeignet Fahrzeugs und beim Kauf achten müssen, verraten wir Ihnen hier.

    Die Auswahl

    Bevor sie sich auf die Suche begeben, sollten Sie sich im Klaren darüber sein, was Sie eigentlich wollen. Denn spontane Begeisterung und Spontankäufe sind zwar schön und gut, aber ein schlechter Ratgeber, wenn es an die Verkaufsverhandlungen geht. Wenn Sie sich genau Über Ihr Lieblingsmodell informieren, bekommen Sie außerdem ganz zwangsläufig auch viel über mögliche Schwachstelle mit. Damit sind Sie gut gerüstet für die spätere Begutachtung des Wagens. Denn je mehr Sie über Ihren Traumwagen wissen, desto weniger Fehler machen Sie.

    Die Suche

    Verlassen Sie sich nicht auf das Internet. Zwar kann man bei Ebay und auf Autoportalen wie mobile.de oder autoscout24.de manches Schnäppchen machen, doich sollte man hier auch die Zusatzkosten nicht außer Acht lassen. Oft steht das Auto an einem weiter entfernten Ort, es fallen also Reisekosten für die Vorbesichtigung und die Abholung an. Ältere Autos sollte man auch nicht unbedingt auf eigener Achse nach Hause fahren. Gerade nach längerer Standzeit empfiehlt es sich, den Wagen vor der nächsten größeren Tour gründlich durchchecken zu lassen. Gegebenenfalls sind also auch Transportkosten zu kalkulieren.

    Klassische Anzeigen studieren

    Bei der Suche ins Hintertreffen geraten sind die klassischen Anzeigenblätter und auch die altmodische Anzeige in der lokalen Tageszeitung. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass hier plötzlich die schten Schnäppchen lauern. Denn viele Verkäufer, auch uns vor allem Besitzer älterer Fahrzeuge, sind nicht unbedingt die größten Freunde des Internets. Sie geben stattdessen Ihr Auto lieber klassisch in Form einer Kleinanzeige preis. Also: Papier studieren!

    Den Verkäufer durchschauen

    Wenn Sie mit dem Verkäufer Kontakt aufnehmen, achten Sie auf die Zwischentöne. Ist er ehrlich, erzählt er Ihnen klar von den Macken oder haben Sie das Gefühl, dass er Ihnen etwas verheimlicht, vom ausweichend antwortet oder Details unter den Tisch fallen lässt? Stellen Sie klar, dass Sie im Fall einer größeren räumlichen Distanz zwischen Ihnen beiden zunächst einmal ganz genau wissen müssen, ob der Wagen überhaupt eine Besichtigung lohnt. Ehrliche Verkäufer gehen ohne Scheu auch auf Nachteile, anstehende Reparaturen und Schadstellen an einem Fahrzeug ein. Wenn Sie das Gefühl haben, der Verkäufer sperrt sich bei unliebsamen Fragen –Finger weg. Denn das riecht nach einer späteren Auseinandersetzung, womöglich sogar per Anwalt. Sollte man vermeiden.

    Das Auto checken

    Der große Tag – Sie stehen vor ihrem Auserwählten. Grundsätzlich gilt. Schauen Sie vom Großen auf das Kleine. Will heißen: Beurteilen Sie zunächst einmal das ganze Auto und erst danach die Details. Zwingen Sie sich auch während der Besichtigung immer wieder dazu, sich nicht in Details zu verzetteln und den Blick fürs Ganze zu bewahren. Nun geht es an den Check: Wie ist die Substanz des Wagens, wie viele Vorbesitzer hat er, wurde er ordentlich gepflegt und regelämßig gewartet? Gerade bei alten Fahrzeugen lässt sich die Historie nicht immer lückenlos nachvollziehen. Das ist verständlich und auch nicht unbedingt ein Mangel. Es sollte jedoch irgendwie erkennbar sein, dass der Wagen die überwiegende Zeit in guten Händen war und keine größeren Lücken im Stammbaum aufweist, etwa jahrelanges Stillegen.

    Der Lack

    Wichtig auch: Ist der Lack noch orginal, oder wurde das Fahrzeug bereits einmal nachlackiert? Patina ist beim Originallack nicht unbedingt Mangel, bei Nachlackierungen sollte man darauf achten, dass sie im Originalfarbton ausgeführt wurden. Tipp: Wenn der Motorraum eine andere Farbe hat als der Rest, sollte man aufhorchen.

    Die Elektrik

    Alte Autos haben viel weniger elektrische Bauteile als moderne Neuwagen, und einen Bordcomputer sucht man meist vergeblich. So fällt es auch dem Laien leicht, alles gründlich durchzusehen. Funkltionieren alle elektrischen Teile, arbeitet die Lichtmaschine, sind die Kabel original? Sobald es irgendwo nach Bastelei aussieht, etwa lose Kabel aus dem Armaturenbrett baumeln – Obacht! Reparaturen an der Elektrik gehen meist ins Geld, schon weil die Fehlersuche so aufwändig ist.

    Die Probefahrt

    Werden Sie nicht argwöhnisch, wenn der Verkäufer Sie bei der Probefahrt begleiten will. Im Gegenteil. Nutzen Sie die Gelegenheit und achten Sie darauf, wie er selbst mit dem Wagen umgeht (sprich: lassen Sie zunächst ihn selbst fahren). Noch ein guter Tipp: Nehmen Sie einen Vertrauten mit, egal ob er/sie Ahnung von Autos hat oder nicht. Denn vier Augen sehen mehr als zwei.

    Dokumentation

    Achten Sie bei der Fahrzeugübergabe darauf, dass alle Schlüssel ausgehändigt werden und dass auch Rechnungen über Reparaturen oder Veränderungen am Fahrzeug in Ihren Besitz übergehen. Denn gerade bei Umbauten ist der TÜV sehr kritisch. Dort wird peinlich genau darauf geachtet, wann ein Spoiler oder ein neues Fahrwerk eingebaut wurden und ob die Veränderungen „zeitgenössisch“ sind. Andernfalls gibt’s später, wenn das Auto mal 30 Jahre alt wird, mangels Originalität kein historisches Kennzeichen.

    Volker Rachow