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    Ist man als Youngtimer-Fahrer eine Umweltsau?

    Schwierige Frage. Es gibt wahrscheinlich viele Leute, die das genau so sehen. Die meisten Youngtimer haben keinen Kat und schaffen noch nicht einmal die Abgasnorm Euro 3 / D3. Ein paar Argumente, die auch aus Umweltsicht für einen Youngtimer sprechen, gibt es trotzdem.

    Zum einen, und das ist wichtig im Hinblick auf die derzeit so erhitzt geführte CO2-Diskussion: Bei der Ermittlung der Abgasnormen spielt CO2 (Kohlendioxid) keine Rolle, sondern neben anderen Werten der CO-Wert, der die Masse der Kohlenmonoxide beschreibt.

    Der CO2-Wert hängt eng mit dem tatsächlichen Benzinverbrauch des Autos zusammen. Mit einer einfachen Faustformel kann man den CO2-Ausstoß seines Autos ermitteln: 1 l/100km Diesel = 26,2 g CO2/km 1 l/100km Benzin = 23,2 g CO2/km Nun ist es so, dass die meisten Youngtimer zwar keine Spritspar-Mobile sind, die meisten kommen jedoch mit zehn Litern auf 100 Kilometern gut aus, viele sind sogar sparsamer. So kann man einen 1600er Alfa Spider auch mit 8,5 Litern pro 100 Kilometer bewegen, wenn man nicht stets den Bleifuß durchdrückt – was bei den wenig vollgassicheren alten Spider-Motoren auch nicht gerade empfehlenswert ist.

    Zumindest was die CO2-Diskussion angeht, muss man sich als Youngtimer-Fahrer also hinter Neuwagen- und SUV-Fahrern nicht verstecken. Im Gegenteil: Die großen Geländewagen von Audi, Mercedes, BMW und Co. haben in der Regel einen deutlich höheren CO2-Ausstoß als die meisten Youngtimer – die einfach nicht so kräftig motorisiert sind.

    Ein weiteres Argument, mit dem man in Diskussionen oft weiter kommt: Der Energieaufwand, der zum Bau eines neuen Autos erforderlich ist, ist so gigantisch hoch und mit einem derartigen CO2-Ausstoß verbunden, dass man mit einem liebevoll gepflegten Youngtimer, den man vor dem Verschrotten gerettet hat, moralisch (und im Hinblick auf die Gesamt-Energie-Bilanz) immer auf der sicheren Seite steht.

    Ansonsten sind wir natürlich trotzdem Fans des Drei-Liter-Autos. Es muss nur mal jemand her, der auch ein Hübsches bauen kann.