Was brauchte man in den späten 50ern, als das Geld knapp und der Wunsch nach Mobilität hoch war: Ein Auto, das sowohl günstig, als auch zuverlässig war, zudem belastbar und ohne überflüssige Details. Ein Auto, in das auch mal vier Leute passten, wobei es hinten für die Kinder reichen sollte, nur zur Not für Erwachsene. Soweit das jedoch alles auf jede Nachkriegs-Nation zutreffen würde, musste es hier - in Italien - auch noch klein sein, um durch die engen Gassen zu kommen.
Umgerechnet 3290 DM kostete diese Lösung: Der "Nuevo Fiat 500" (oder Fiat 500 N). Nuevo, weil er ursprünglich sein Vorgängermodell mit derselben Typbezeichnung ersetzte, das inoffiziell aber nur Topolino (Mäuschen) genannt wurde. Obwohl der Topolino weniger süß war, als der Name vermuten lässt. Süß war der Neue, der im Juli 1957 erstmals in Italien zu sehn . Der in den Jahren zuvor seit 1954 entwickelte "Nouva Cinquecento" - später auch oft als Fiat 500 N bezeichnet - wird der Öffentlichkeit vorgestellt.
2007 ist der 500er rechtlich gesehen ein Oldtimer, denn selbst die zuletzt produzierten Exemplare haben vor mittlerweile mindestens 32 Jahre das Werk verlassen. Doch gerade die 18 Jahre Produktionszeit machten ihn nicht nur zu einem Oldtimer, sondern durch seine Form zu einer Ikone. Und Ikonen werden halt nicht alt. Nur ihr Inneres, und so unterscheiden sich natürlich Technik und Top-Speed gewaltig von Modellen aus den 80ern. Die erste Generation des 500ern (gebaut von 1957 bis 1960) hatte 13,5 PS, die ein Zweizylinder-Motor mit 479 ccm Hubraum im Heck produzierte. Höchstgeschwindigkeit: 95 km/h.
Insgesamt unterscheiden Experten vier Baureihen: Der ersten "500N" (1957 bis 1960) folgte der "500D" (1960 - 1965), dann der "500F" (1965 - 1972) und zuletzt der "500R" (1972 - 1975). Das letzte Modell hatte schon 18 PS und knackte bergrunter die 100er-Marke. Was jedoch alle vier Baureihen gemeinsam haben ist das, was den 500er auch noch heute zu einem idealen Stadtauto macht: Sie sind 297 Zentimeter lang.