Daten

Name: BMW M5 (Baureihe E28)
Baujahre: 1985-1987
Gewicht: 1430 kg
Länge/Breite/Höhe: 4620/1700/1400 mm
Motor: 6 Zylinder Reihe
Sprint 0-100 km/h: 6,1 s (6,5)
Vmax: 251 km/h (245)
Leistung: 286 PS
Drehmoment: 340 Nm
Gebaute Stückzahl: 2200
Vorgängermodell: keins
Nachfolgemodell: M5 Baureihe E34 (1988)
Preis (1985): 80.750 DM
Wert heute (Zustand 2): 30.000 Euro

 

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BMW M5 (E28) 

Als BMW im Jahr 1985 den ersten M5 vorstellte, kam dies einer kleinen Revolution gleich. Da ging tatsächlich jemand her und machte aus einer viertürigen Familienlimousine einen heißen Sportflitzer. Mit dem Herz eines Rennwagens. Kaum zu glauben. Und doch: Die Münchner wagten es. Es sollte der Grundstein für einen Erfolg werden, der mittlerweile bereits ein Vierteljahrhundert alt ist.

M steht für Motorsport – und das mit gutem Grund. Die BMW Motorsport GmbH, 1972 von Jochen Neerpasch gegründet, transferiert Renntechnik auf die Straße. "M" – kurz und bündig – und doch sagt es alles. Es adelt einen BMW zum durchtrainierten Alltagssportler.

Mit dem M5 fing 1985 alles an.

Der erste M5 trat äußerst zurückhaltend auf. Fast wie der silberne 525, den TV-Kommissar Stefan Derrick alias Horst Tappert in jenen Jahren kreuz und quer durch seine kniffligen Kriminalfälle fuhr.

Die Zurückhaltung kam nicht von ungefähr. Schließlich hatte BMW erst wenige Monate vor der M5-Präsentation ein anderes Modell als neues Flaggschiff der Fünfer-Baureihe in den Showroom gerollt: den 535i. Was dieser ganz offensiv mit Spoilern und Kampfbemalung zur Schau trug, sollte der neue, der wahre Über-Fünfer mit extremem Understatement konterkarieren. Der erste M5 würde äußerlich kaum von der Serienlimousine zu unterscheiden sein. Das war das das Ziel. Nur die 220er-Breitreifen auf Alufelgen sowie zwei dezente "M"-Typenschilder in der Frontmaske und auf dem Heckdeckel wiesen ihn als heißen Bruder der Großserienlimousine aus.

Unter dem Blech aber schlug das Herz aus dem M1, dem Erfolgsrennwagen der Procar-Serie – ein 286 PS starker Sechszylinder-Motor mit 24 Ventilen und einem Drehmoment von 340 Newtonmetern. Diese Zahlen markierten echte Hochleistungs-Werte in jenen Zeiten.

Auch aus heutiger Sicht sind die Sportwagen-Gene des ersten M5 noch immer beeindruckend, wenngleich die Auslegung im Licht der damaligen Zeit betrachtet werden will. Was damals von den Testern als hartes Sportfahrwerk gelobt wurde, entspräche heute in etwa der Einstellung "Komfort". Die Sitze wirken, mit heutigen Augen betrachtet, geradezu französisch kommod. Und dennoch: Die Spurtreue des Fahrwerks, die exakte Schaltbarkeit des Getriebes und die Dynamik der Maschine sind heute wie damals beeindruckend. Noch dazu, da dieses Auto natürlich völlig ohne Fahrhilfen auskommt. Keine Traktionskontrolle, kein ESP – nichts, was den puren Spaß am Asphalträubern mindern könnte. Dafür ist ein Sperrdifferential serienmäßig verbaut, und die Batterie sitzt – wegen der besseren Gewichtsverteilung – im Kofferraum.

Im Cockpit erwartet den Fahrer großformatiges, eckiges Design ganz im Stil der 80-er Jahre. Man sitzt auf verwaschenem Groß-Pepita für Kurzsichtige – schwarz-hellgrau statt schwarz-weiß. Und das Lenkrad, groß und dünn, könnte auch in der Familienlimousine Dienst tun. Kein Wunder – das tat es auch.

Fahren im ersten M5 ist ein pures, unverfälschtes Erlebnis. Du steigst ein, und Du weißt genau: Wenn Du drauf trittst, kommt er. Und wenn Du ihn nicht halten kannst, dann fliegt er. So einfach ist das.