Cadillac Eldorado – dabei denken wir an die vielleicht größte Heckflosse aller Zeiten. Fast einen Meter maß sie, vom Asphalt bis zum Himmel der automobilen Träume. Der Straßenkreuzer, der 1953 erstmals vom Band lief, wurde durch sein äußerst ausladendes Heck weltberühmt. So ziemlich jeder Weltstar fuhr einen, von Barbie bis Elvis.
Doch auch als Youngtimer hat der Eldorado seine Reize. Wenn auch völlig andere.
Hergestellt wurde der Cadillac Eldorado von 1953 bis 2002. Grob unterteilen lässt sich die lange Bauzeit in zwei wesentliche Abschnitte: Heckantrieb bis zum Jahr 1966 und danach Frontantrieb. Der Eldorado war immer ein Schwestermodell anderer General-Motors-Fahrzeuge, etwa des DeVille und des Toronado. Doch er war zugleich auch immer der luxuriöseste und teuerste Vertreter der automobilen Oberklasse. Das macht ihn auch als 80er-Jahr-Youngtimer so begehrenswert.
Dabei musste der Eldorado im Rahmen einer Modellpflege im Jahr 1978 ordentlich abspecken. Das typisch amerikanische Größer-Weiter-Bulliger hatte bis dahin exorbitante Formen angenommen. 5,70 Meter Außenlänge und ein Gewicht von 2,3 Tonnen standen beim Antritt der Diät auf dem Datenblatt des Dickschiffs, das es als Coupé und Cabrio gab. Der Brummer schrumpfte nunmehr auf 5,18 Meter und 1,75 Tonnen. Die Kundschaft nahm die Änderungen dankend an, steigende Verkaufszahlen wurde jedes Jahr erneut verbucht, und das Jahr 1984/85 war schlißelich die Hochzeit in der ganzen Modellgeschichte. Jeweils 77.000 Exemplare wurden in diesen beiden Jahren abgesetzt, ein Wert, der nie wieder erreicht werden sollte. Vorteil: Die enorme Stückzahl drückt heute den Preis, und gut erhaltene Exemplare sind keine Seltenheit.
Unser Tipp: Das Eldorado Touring Coupé von 1982 hat ein deutlich strafferes Fahrwerk. Äußerlich ist es an den fehlenden Weißwandreifen erkennbar. Der „kleine“ 4,1l-V8 ist mit seinen 135 PS allerdings nicht gerade eine Rennmaschine. Gut, wer so etwas sucht, ist beim Edel-Cruiser sowieso an der falschen Adresse.
Nach einer Pause wurde 1984 auch wieder ein Cabrio ins Programm aufgenommen, ein Jahr später allerdings auch schon wieder gestrichen. Diese Autos sind heute besonders gesucht. Denn die offene Version lief nur ganze 5600 Mal vom Band.
Für Youngtimer-Fans ist die sechste Generation besonders interessant. Das kantige Design verkörpert geradezu ideal den Stil der Achziger Jahre und hat so recht gar nichts mehr zu tun mit dem überbordend-schwültigen Auftritt des ersten Eldorado. Heckflossen sind passé, der Wagen macht selbst in Europa einen von den Maßen her recht unauffälligen Eindruck. Aber er macht Eindruck, dafür sorgen der dicke, verchromte Kühlergrill und die breite, fast senkrecht stehende C-Säule. Ein echter Cadillac eben.
Unserer besonderer Kauftipp ist die Edelversion von Pierre Cardin! Der Modeschöpfer baute ab 1980 auf Basis der sechsten Generation den so genannten „Cardin Evolution I“ (siehe in unserer Bilderleiste das Modell in Braun-Metallic). Kaum mehr als 100 Exemplare wurden gebaut, sie gelten nicht zuletzt aus diesem Grund heute als besonders wertstabil und sind entsprechend gesucht.
Fotos: Copyright 2011 General Motors LLC. Used with permission, GM Media Archive.