Daten

Name des Fahrzeugs:

Chevrolet Corvette (C4)

Baujahre: 1984-1996

Motorisierung: V8

Hubraum: 5735 ccm

Leistung: 205 bis 405 PS (je nach Modelljahr)

Drehmoment: 393 bis 522 Nm (je nach Modelljahr)

Spitzengeschwindigkeit (km/h): ca. 250 km/h

0 - 100 km/h: 5,0 bis 6,3 s (je nach Motorisierung)

Verbrauch: ca. 9 bis 17 Liter

Schaltung: Automatik- oder Schaltgetriebe

Länge, Breite, Höhe: 4480 mm x 1800 mm x 1190 mm

Leergewicht (kg): ca. 1500 kg

Wieviele PKW wurden hergestellt? 358.174

Preis für gebrauchte Exemplare: ab 8000 Euro

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CORVETTE C4 

Am 25. März 1983 präsentierte General Motors die bis dato windschlüpfrigste aller je gebauten Corvette-Generationen. Dank ihrer extrem aerodynamischen Karosserie begeistert sie durch einen Luftwiderstandswert von beachtenswerten 0,341. Grund: Bei der C4 kommen erneut Klappscheinwerfer zum Einsatz, außerdem liegt die Frontscheibe erheblich flacher im Wind als bei der C3. Selbst die Außenspiegel sind windoptimiert ausgearbeitet worden, zudem jetzt elektrisch von innen verstellbar. Das herausnehmbare Dach ist ab sofort aus Fiberglas und einteilig gefertigt, was den bisher vorhandenen Mittelsteg überflüssig macht. Auf Wunsch gibt es den Einsatz auch transparent.

Die Front läuft spitz zu, Blinker und Nebelleuchten sind im unteren Teil versenkt. Die Motorhaube reicht nun bis in die vorderen Kotflügel hinein, was einerseits eine Arbeitserleichterung für den Werkstattservice bedeutet, andererseits aber auch höhere Beschaffungskosten, wenn das Bauteil im Falle eines Schadens ersetzt werden muss.

Mit 4,48 Metern Länge ist der Neuling gut zwanzig Zentimeter kürzer und mit 1,19 Metern rund vier Zentimeter flacher als die dritte Generation, dafür aber mit 1,80 Metern rund fünf Zentimeter breiter als die Coke-Bottle-Shape-C3
Auch im Interieur unterzogen die Designer die neueste Corvette-Generation einer deutlichen Überarbeitung: Das Armaturenbrett besticht optisch durch noch mehr Ecken und Kanten und seine Mischung aus analogen und digitalen Instrumenten, bei denen sich die Daten sowohl in amerikanischen als auch metrischen Einheiten abrufen lassen. Zur Serienausstattung gehören unter anderem die Klimaanlage, ein AM/FM-Radio mit Digitaluhr, Sportsitze, elektrische Fensterheber, eine Kofferraumabdeckung und ein beledertes Lenkrad. Natürlich können die Kunden wie gewohnt zwischen einer Stoff- und einer Lederausstattung wählen, die wahlweise in den Farben Grün, Mittelgrau, Mittelblau, Saddle, Bronze, Graphit oder Karminrot gehalten sind.

In Sachen Außenfarbe stehen erneut zehn Standardtöne zur Verfügung: Weiß, Schwarz, Hell-Silber Metallic, Mittelgrau Metallic, Hellblau Metallic, Mittelblau Metallic, Hellbronze Metallic, Dunkelbronze Metallic, Hellrot und Gold Metallic. Darüber hinaus gibt es die eigene Corvette aber auf Wunsch auch in drei möglichen Zweifarb-Kombinationen zu bestellen: Hellbronze/Dunkelbronze, Silber/Mittelgrau und Hellblau/Mittelblau.

Den Antrieb bildet auch bei der brandneuen vierten Generation der aus den Vorjahren bekannte „L83“-Achtzylinder mit seinen 5,7 Litern Hubraum und jetzt 205 PS bei 4.200 U/min und 393 Newtonmetern Drehmoment bei 2.800 U/min. Unter anderem trägt der V8 jetzt allerdings Fächerkrümmer aus Edelstahl und eine Luftfilter-Abdeckung, die aus Magnesium gefertigt ist. Kombinierbar ist das Aggregat wieder mit einer Vierstufen-Automatik, ab Januar 1984 bereichert durch ein Viergang-Schaltgetriebe mit computeraktiviertem Overdrive in den Gängen 2, 3 und 4, um den Kraftstoffverbrauch zu senken.

Das Chassis der Corvette C4 mit seinem jetzt kürzeren Radstand von 2444 Millimetern verfügt über zahlreiche gewichtssparende Aluminium-Komponenten (auch im Bereich der Lenkung); wirklich neu aber ist die Tatsache, dass sich die Ingenieure nun nicht nur erneut an der einzeln aufgehängten Hinterachse für die bereits bekannte Fiberglas-Querblattfeder entschieden, sondern diese Konfiguration jetzt auch an der Vorderachse zum Einsatz kommt (anstelle der Schraubenfedern wie bei den vorangegangenen Modelljahren). Erstmals kontrollieren die Kunden ihren Bowtie-Sportler per Zahnstangenlenkung, Scheibenbremsen mit Servounterstützung sind natürlich weiterhin rundum Serie. Diese verbergen sich hinter 7 x 15“ großen Rädern mit 215/65er Reifen, optional stehen 8 x 16“-Felgen mit 255/50er Pneus zur Wahl. Dank des gut abgestimmten Fahrwerkes erzielt Generation 4 laterale Fliehkräfte von bemerkenswerten 0,95 g, wie die Verantwortlichen mithilfe umfangreicher Tests auf dem firmeneigenen Testgelände in Erfahrung bringen. Auch die Journalisten sind von der Neuen äußerst angetan, wie in Fahrberichten der damaligen Zeit zu lesen ist.

Das Modelljahr 1983 wurde bei der Corvette übrigens offiziell übersprungen. Es entstanden nur 43 Prototypen, von denen bis heute lediglich ein Exemplar überlebt haben soll. Davon abgesehen, wurde im Modelljahr 1983 kein einziges Fahrzeug für den öffentlichen Markt gebaut. Grund: Es hatte länger als erwartet gedauert, die Fertigungsstraßen im Werk in Bowling Green, Kentucky, ordnungsgemäß auf die neueste Version des Sportwagens umzustellen. Erst 1984 war es soweit.

Björn Marek

Björn Marek ist Autor des Buchs „Chevrolet Corvette: Alles über Amerikas Sportwagen Nr. 1: Geschichte Technik Design“ (Geramond, 96 Seiten, ab April 2011 im Handel, Euro 14,95)