Das vielleicht schönste Auto, das jemals die Werkshallen in Köln verlassen hat: der Ford Capri. Wer einen fuhr, erregte Aufsehen und demonstrierte zugleich seine Unabhängigkeit. Und schnell unterwegs war er auch noch.
Heute unter dem Begriff Capri III bekannt, firmierte die dritte Generation des Kölner Sportcoupés intern unter der Bezeichnung Capri II/1978. Zu erkennen waren die neuen Modelle auf den ersten Blick: Die Motorhaube zieht sich ein Stückchen bis über die Frontscheinwerfer als beim Zweier, zudem hatten sie anstatt zwei eckiger Scheinwerfern vier runde, grimmig dreinblickende Augen.
Gerade die Fahrzeuge der dritten Serie, gebaut von 1978 bis 1985, sind heute begehrte Youngtimer. Das Topmodell war der Ford Capri III Turbo, der enorme Kraft hatte und Fahrleistungen bot, die auch heute noch beeindrucken: In nur 6,5 Sekunden ist man mit dem Flitzer auf 100 km/h.
Der Turbo-Cabrio wurde auf 200 Exemplare limitiert und basiert auf dem Ford Capri 2.8i. Natürlich wurden zahlreiche Änderungen vorgenommen, um den Wagen zu optimieren: gestrafftes Fahrwerk, veränderter Turbolader, Kühlsystem, Vergaser, Lenkung und spezielle Felgen machten ihn noch dynamischer. Den Turbo gab es nur in vier Farben: Silber, Rot, Weiß und Tannengrün.
Im Dezember 1986 lief der letzte Capri vom Band: Insgesamt wurden 1.886.647 Exemplare (Capri Typ I bis Typ III) hergestellt.
Die ersten Capris
Der Capri Mk I war im Januar 1969 auf dem Brüsseler Autosalon präsentiert worden. Er sollte ein Stück Amerika nach Europa bringen. In den USA war der legendäre Mustang derart erfolgreich, dass Ford diese Success-Story in Europa wiederholen wollte.
Die Capri-Technik übernahmen die Ingenieure aus dem englischen Ford Cortina und dem deutschen Ford Taunus; hergestellt wurde er in den britischen Werken Dagenham und Halewood, im belgischen Genk und in den deutschen Ford-Fabriken Saarlouis und Köln.
Der Entwicklungsname des Capri lautete übrigens Colt; da der Name aber für Mitsubishi geschützt war, konnte Ford ihn für das Serienmodell nicht verwenden. Die überlange Motorhaube erinnerte damals stark an den legendären Jaguar E-Type - vielleicht auch ein Grund für den großen Erfolg des Wagens