Wem der Defender zu knochig und der Range Rover zu fein ist, der greift zum Discovery. Auch als Youngtimer rückt der Brite mehr und mehr ins Blickfeld: Er versprüht britisches Understatement und schert sich mit seinen kantigen Formen keinen Deut um gestalterische Konventionen. Dass er mehr als ausreichend geländegängig ist, versteht sich von selbst. Schließlich stammt er von einer der Kultmarken automobilen Querfeldeinvergnügens.
Im Jahr 1989 präsentierte Land Rover Discovery als optisches und preisliches Bindeglied zwischen dem urigen Defender und dem exklusiven Range Rover. Die erste Generfation, Series I genannt, schlug ein wie die sprichwörtliche Bombe und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zum Bestseller. Sogar der urwüchsige Altstar Defender hatte bei den Verkaufszahlen das Nachsehen, denn der Neue war nicht nur unglaublich gut im Gelände, sondern sah auch noch verteufelt modern aus. Die Mischung zwischen urwüchsiger Kastenform und einem gefälligen, eleganten Auftritt war den Designern in den Augen der Kundschaft offenbar perfekt gelungen.
Kein Wunder, brachte der Discovery doch etwas Oberklasse-Flair ins mittlere Preissegment. Er war länger als der Range Rover bei seiner Weltpremiere im Jahr 1970, und Teile des Fahrwerks stammten sogar ein-zu-eins vom Oberklasse-Bruder. Ein neu entwickelter Dieselmotor begeisterte im Discovery mit viel Drehmoment trotz vergleichsweise übersichtlicher Kraftausbeute von nur 115 PS. Später kamen stärkere Motoren hinzu.
Der Series II ab 1999 wartete mit einer Neuheit auf: Ein aktive Wankunterdrückung hielt die doch nun schon recht imposante Fuhre in Kurven gerade und stabil. Das namen die Kunden dankend an, zumal der Neue dank einer dritten Sitzreihe fast schon als Kleinbus unterwegs war. Bis zu sieben Personen finden in einem 99er Disco Platz. Hinzu kamen beim Series II diverse weitere elektronische Helferlein wie Niveau- und Traktionskontrolle. Der Wagen wurde immer ausgereifter. Die Verkaufserfolge des Series I aber konnte er nicht aufrechterhalten.
Die Generationen 3 (ab 2004) und 4 (ab 2009) sollen uns an dieser Stelle nicht beschäftigen. Das sind nachwachsende Garangenperlen, die erst in ein paar Jahren das Sammlerherz berühren werden. Unser Youngtimer-Tipp ist der Series II – wegen seiner Ursprünglichkeit, der technischen Innovationen und seines aus heutiger Sicht geradezu kernigen Auftretens.
Die heutige, fünfte Generation des Discovery hat sich noch mehr dem Range Rover angeglichen. Optisch und technisch ist sie dem Oberklasse-Geländewagen dicht auf den Fersen. Und mit dem Terrain Response System im Gelände kaum zu schlagen. Per Drehknopf stelllt der Fahrer einfach ein, auf welchem Untergrund er fährt – zum Beispiel Schnee, Kies oder Sand – und die Elektronik stellt selbsttätig alle notwendigen Fahrwerksparameter auf die gegebenen Bedingungen ein. Lässiger kann man sich im Gelände nicht auf vier Rädern bewegen.
Das alles hat ein Youngtimer-Disco natürlich nicht zu bieten. Dafür jede Menge ursprünglichen Charme.