Ein Youngtimer mit besonderem Klang: Der Name Maserati steht für sportliche Eleganz, Temposünden und puren Luxus. Ob Gran Turismo oder Ghibli, die Autos des italienischen Sportwagenherstellers lassen Männerträume wahr werden. Nur einer will nicht so recht ins Schema passen: der Maserati 228.
Pünktlich zum 70. Firmenjubiläum, am 14. Dezember 1984, feierte das sportliche Coupé Premiere und ging zwei Jahre später, als Ableger des Biturbo, in Serie. Binnen sechs Jahren rollte der Fünfsitzer dann 469 Mal vom Band, bevor die Produktion 1992 eingestellt wurde. Bis dahin hatten weder Fachpresse, noch Sportwagen-Fans dem 228 große Aufmerksamkeit geschenkt.
Designer Pierangelo Andreani hatte den Wagen zwar länger und breiter gezeichnet, als die vorangegangene Biturbo-Reihe, doch die Ähnlichkeit zum kleinen Bruder war vermutlich immer noch zu groß, um den 228 wirklich als Neuheit zu verstehen. Vielleicht ist er deshalb bis heute kein Maserati, nach dem man sich auf der Straße umdreht. Nur wenige Sammler und Sportwagenliebhaber scheinen wirklich zu wissen was sie vor sich haben, wenn eines der seltenen Exemplare an ihnen vorüber fährt.
Einen genaueren Blick ist der Maserati 228 aber allemal wert, denn seine Faszination liegt in den Details. So spürt man im Innenraum des Wagens pures Italien-Flair, dank der feinen, hellgrauen Lederbezüge, dem Edelholz und der großen, goldenen Uhr, die mitten auf dem Armaturenbrett als Eye-Catcher prangt.
Doch der Maserati 228 sieht nicht nur gut aus, auch seine Mechanik bietet alles, was das Männerherz begehrt: einen V6-Biturbo Motor mit Weber-Doppelvergaser, 2,8 Liter Hubraum, Scheibenbremsen an allen vier Rädern mit Servo-Bremsung, Heckantrieb mit Sensitork Differenzial, doppelt wirkende Teleskopstoßdämpfer und eine schallgedämpfte Karosserie, die das dumpfe Dröhnen des Motors noch schöner klingen lässt. Als erster seiner Klasse verfügte der Maserati 228 außerdem über zwei wassergekühlte IHI-Turbolader, die jede Ausfahrt zum Erlebnis machen. Und den Fahrer noch tiefer in die Sitze drücken. In diesen Momenten, wenn das Auto in 5,6 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt, beweist der 228, dass sich der Kühlergrill zu Recht mit dem Maserati-Dreizack schmückt.