Als er auf den Markt kam, war er wie eine Revolution auf Rädern. Nicht die Tatsache, dass es sich um einen Roadster, sportlich, leicht und klein (dafür steht übrigens das Kürzel "SLK") handelte, verblüffte die Autofans. Auch nicht irgendwelche Leistungswerte oder besonderen Antriebsarten. Nein, es war das Dach, das für Gesprächsstoff sorgte - weil es nämlich nicht aus Stoff bestand und trotzdem klappbar war. Mercedes griff mit dieser – offiziell "Vario-Dach" genannten – Konstruktion eine Idee aus den 30-er Jahren auf. Doch während in den Anfängen noch das Dach als Ganzes nach hinten geschwenkt wurde, faltet sich die Konstruktion beim SLK kunstvoll ineinander, um dann unter der Heckklappe zu verschwinden. Alles auf Knopfdruck und elektrisch, versteht sich. Der Vorgang dauert 25 (Öffnen) bzw. beim Schließen 26 Sekunden.
Die Idee des versenkbaren Metalldachs hat unbestrittene Vorteile. Dank fester Außenhaut ist solch ein Cabrio uneingeschränkt wintertauglich, womit die Suche nach einem Ersatzauto für die kalte Jahreszeit entfällt. Bei den Käufern kam die Idee dann auch derart gut an, dass die ersten ausgelieferten Fahrzeuge ihren Erstbesitzern buchstäblich aus den Händen gerissen wurden. Interessenten zahlten satte Aufschläge, um einen dieser neumodischen Klappdach-Roadster zu ergattern.
Mittlerweile gehört der SLK zum Straßenbild wie jedes anderer Auto auch. Die Idee mit dem Klappdach wurde später durch Peugeot mit den Modellen 206 und 207 sogar für den Massenmarkt preiswerter Cabrios salonfähig gemacht. Und manchen mag erstaunen, dass der SLK sogar schon auf der Seite mein-youngtimer.de auftaucht. Und doch: Mit seinem erscheinen 1996 hat er sich nach den Regeln der Youngtimer-Kunst qualifiziert. Er ist 15 Jahre alt und damit offiziell ein Youngtimer.
Das hat Vorteile: Weil der SLK noch nicht von vielen als begehrenswertes automobiles Kulturgut erkannt wird, sind die Preis noch im Keller. Erst schätzungsweise im Jahr 2015 dürften die ersten Vertreter dieses kleinen Daimler-Roadsters auf den ersten Youngtimer-Rallyes auftauchen. Wer jetzt also zuschlägt, kann sich den Wagen noch für kleines Geld sichern.
Ein Manko hatte der SLK stets: Er galt - und gilt - als Frauenauto. Daran konnte auch die SLR-Nase nichts ändern, die Mercedes der zweiten Generation spendierte, um sie maskuliner wirken zu lassen.
Doch es gibt gute Gründe, sich nichts daraus zu machen und trotzdem zuzugreifen. Denn mit dem SLK erhält man ein Fahrzeug, das so sportlich zu fahren ist wie kaum ein anderer Mercedes aus jener Zeit. Der wagen wiegt gerade 1300 Kilo, und die Karosserie ist extrem verwindungssteif – sie würde einem Coupé alle Ehre machen.