Er ist der Cruiser vom Dienst. Kein Wunder, denn das E-Coupé wurde in dem Jahr in Genf vorgestellt, als der Song „Voyage, voyage“ fünf Wochen lang Nummer eins in Deutschland war: 1987. Das Coupé also kam, um die deutsche Seele über die West-Autobahnen zu wiegen. Dabei versprühte es einen lässigen, äußerst gediegenen Mittelklasse-Charme. Ja, entspannen konnte es seinen Fahrer gut – und dafür lieben seine Fans die elegante Version der Baureihe W124 noch heute.
Generell war der Obere-Mittelklasse-Mercedes ein echter Verkaufsschlager. Klar, dass sich auch das E-Coupé zum Liebling auf teutonischen Straßen mauserte. Insgesamt wurden bis 1990 rund 1,6 Millionen E-Klassen ausgeliefert, davon 34.826 300 CE und etwa 71.000 Coupé insgesamt.
Legendär beim E-Coupé: Die „Sacco-Bretter“, die breiten Seitenplanken, die es zuallererst beim Coupé gab, bevor die übrigen Karosserieversionen in den Genuss kamen. Mercedes-Designer Bruno Sacco hatte die seitlichen Schutzelemente, die es zunächst ausschließlich in hellgrau und dunkelgrau gab, erfunden.
Generell kann das Coupé seine Verwandtschaft nicht verleugnen, die Limousine und er sind sich in der Karosserie sehr ähnlich. Allerdings hat unser Coupé einen um 85 Millimeter kürzeren Radstand – ein sportiver Cruiser eben.
Heute hat das W-124-Coupé einen eher gespaltenen Charme. Wer cool ist, fährt ihn mit großer Sonnenbrille und Kaffee-to-go-Becher in der Hand. Alle anderen wollen wir mit diesem entspannten Cruiser sowieso nicht auf unseren Straßen sehen.