Die zur Homologation notwendige Stückzahl von 400 Modellen war der Namensgeber des stärksten Ascona B. Die Limousine wurde zwischen 1975 bis 1981 gebaut – im Grunde genommen ein recht biederes Auto. Doch als Ascona 400 so reizvoll, dass die Fans ein kleines Vermögen dafür auszugeben bereit waren. Fast 40.000 DM musste damals auf den Tisch eines Opel-Händlers blättern, wer diesen Sportwagen im Daddy-Look sein Eigen nennen wollte.
Rückblick: Bereits einige Jahre vor der Markteinführung des Ascona in Europa waren in der Schweiz Ende der 50er Jahre ein Olympia Rekord P1 und Ende der 60er-Jahre auch in Deutschland eine besondere Ausstattungsvariante des Kadett B als Ascona bezeichnet worden. Als eigenständige Modellreihe wurde der Ascona 1970 aus der Taufe gehoben. Das Auto entwickelte sich für Opel in den 70er und 80er Jahren zu einem der wichtigsten Modelle. Die Ingenieure setzten ihm mit der Ausbaustufe 400 die Krone auf.
Der Ascona B 400 leistete 144 PS aus 2,4 Liter Hubraum – das ist heutzutage eher ein Witz. 1979 allerdings war dies schon eine mächtige Ansage. Den Sprint von Null auf Hundert schaffte der mit einem Fünfgang-Getriebe von Getrag ausgestattete Opel in 7,6 Sekunden – das war annähernd Porsche-Niveau. Und aufgrund des Hinterradantriebs war mit dem Ascona 400 eine 180-Grad-Wende auch auf trockenem Asphalt möglich.
Zu sportlichem Ruhm kam der Ascona durch Walter Röhrl und genau diese Super-Version Ascona 400. Ein weiteres Sondermodell, zusammen mit dem Opel-Haus-Tuner Irmscher entwickelt, war 1979 der Ascona i2000. Dieser ausschließlich in Gelb/Weiß lackierte Wagen leistete mit einer Doppelvergaseranlage aber nur 120 PS.
In der Wettkampf- bzw. Rallye-Version wurde die Motorleistung des Ascona 400 auf beachtliche 240 PS hochgeschraubt. Mit solch einem Fahrzeug wurden Walter Röhrl und Christian Geistdörfer 1982 Rallye-Weltmeister – das letzte Mal, dass ein Auto mit Hinterradantrieb die Meisterschaft erringen konnte.
Genial die Leistungen von Auto und Team: Die beiden Rallye-Fahrer bestimmten die ganze Saison. Der Ascona B lief alle zwölf Läufe hindurch wie ein Uhrwerk, und so konnten die wichtigsten Rallyes der WM, die Rallye Monte Carlo und die Rallye Elfenbeinküste, von den beiden Bayern entschieden werden. Mit weiteren vorderen Plätzen sicherte sich das Erfolgsduo bereits nach elf von zwölf Rallyes die Meisterschaft.
Eine besondere Anekdote erzählt Christian Geistdörfer für die Fans von mein-youngtimer.de: „Am Col de Torini, einer der entscheidenden Sonderprüfungen der Monte, ließen wir von den Mechanikern geschnittene Slicks montieren. Dabei lag auf vielen Streckenabschnitten Schnee, und es war an manchen Stellen auch vereist. Wir mussten aber volles Risiko gehen, um auf den freien Asphaltstücken richtig schnell sein zu können. Netterweise kippten die italienischen Fans immer wieder Schnee auf die Fahrbahn, sodass die gesamte Sonderprüfung für zu einem Höllenritt wurde. Ich bin heute noch froh, dass wir diese Fahrt ohne Unfall beendet haben.“
Heutzutage ist kaum noch ein Ascona B 400 zu bekommen. Schließlich wurden nicht einmal die 400 ursprünglich geplanten Exemplare produziert. Nur 268 Modelle gingen in den Verkauf. Abgelöst wurde der Ascona schlißelich vom Manta 400, der in der Rallye-Version mit extremen Kotflügelverbreiterungen viel Aufsehen erregte. Dieser Manta 400 wurde am Ende sogar nur 245-mal gebaut.
Der letzte "normale" Ascona – ein Modell aus der späteren C-Reihe – lief 1988 vom Band. Es war das Ende der Baureihe.