Daten

Name: Opel Calibra
Baujahre: 1990 - 1997

Motorisierung: Ottomotor,
85-150 kW, 2,0 – 2,5 Liter
Spitzengeschwindigkeit: 205 – 245 km/h
0 - 100 km/h: 6,8 - 10,0 Sekunden
Verbrauch: 8,2 – 8,9 l
Schaltung: 5-Gang
Länge, Breite, Höhe:
4492 mm x 1688 mm x 1320 mm
Leergewicht: 1.120 – 1.375 kg

Wieviele PKW wurden hergestellt? 238.164

Neupreis (1990): 33.900 – 55.625 Mark
Wert heute (Zustand 2): 4.000 Euro

Vorgänger: Opel Manta
Nachfolger: keiner

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OPEL Calibra 

Seit der Opel GT 1973 in Rente geschickt wurde, machte sich der Rüsselsheimer Autobauer eher einen Namen für „Nutzfahrzeuge“ wie den Kadett, Corsa, Olympia oder Omega. Das Credo dieser Autos schien folgendes zu sein: Praktisch bitte, schön muss nicht unbedingt.

Dann plötzlich überraschten die Opel-Designer 1989 Presse und Kunden auf der IAA in Frankfurt mit dem Calibra. Bei diesem neuen Sportcoupe war Design Trumpf, auch wenn der Wagen auf dem eher biederen Vectra A basierte.

Der Calibra wurde in Australien als Holden Calibra angeboten, in Großbritannien konnte man den Vauxhall Calibra erwerben, und in Südafrika stand der Chevrolet Calibra zum Verkauf. Viele Pseudonyme, aber ein und dasselbe Auto.

Dieses überzeugte vor allem durch zwei herausragende Eigenschaften, die dem Calibra damals einen weltweiten Spitzenplatz bei den Serienfahrzeugen einbrachten. Erstens der niedrige cw-Wert von 0,26, der dem Design von Erhard Schnell zu verdanken war, und zweitens die schmalsten Augen der damaligen Zeit. Durch den Einsatz von Ellipsoid-Scheinwerfern, bei denen das Licht ähnlich wie bei einem Diaprojektor durch eine Linse austritt, konnte die Höhe auf lediglich sieben Zentimeter reduziert werden

Neben diesen beiden Besonderheiten fiel die breite Farbpalette auf, die Opel seinen Kunden vom Start weg anbot – den Calibra gab es in 29 verschiedenen Farben. Darunter so zeitlose Lacke wie Astrosilbermetallic, Heliotrop-Perleffekt und Nordkap-Anthrazit. Wer kann sich darunter denn nichts vorstellen?

Leider zeigten sich die Ingenieure in Rüsselsheim im Innenraum nicht so innovativ wie beim äußeren Erscheinungsbild des Sportcoupés. „Alles Vectra, Baby“ war offenbar ihr Leitspruch. Das änderte sich auch durch das Facelift 1994 nicht wesentlich. Zwar gab es nun neue Polsterstoffe, neue Armaturenskalen, und die A-,B- und C-Säule wurden nun hell verkleidet, aber die auffälligste Änderung gab es außen. Das Opel-Zeichen wanderte von der Motorhaube in den Kühlergrill.

Zur selben Zeit wie das Facelift brachte Opel auch die Keke-Rosberg-Sonderedition auf den Markt. Serienmäßig zeichneten diese BBS-Felgen und eine Tieferlegung aus. Ein Jahr später gab es dann die DTM-Edition, die nun in den Farben Weiß, Schwarz und Gelb erhältlich war. Diese beiden sportlichen Sondermodelle waren Vorboten für die Rennsporterfolge des Calibra. 1996 errang Manuel Reuter im adaptierten Calibra V6 den Titel in der Internationalen Tourenwagen-Meisterschaft ITC.

Doch nicht nur auf der Rennstrecke brachte der Calibra dem deutschen Traditionsunternehmen große Erfolge, auch in den Verkaufstatistiken machte er sich sehr gut. 228.647 Zulassungen, 102.000 davon allein in Deutschland, konnten die Rüsselsheimer verbuchen.

Der Calibra war ein hochwertiges Auto, das vor allem durch seine Laufruhe überzeugte. Zudem blieben ihm viele Krankheiten des Vectra oder Astra erspart. Besonders deutlich wurde dies beim Thema Rost. Die in Rüsselsheim gefertigten Autos schnitten hier schon besser ab als andere Opel-Modelle. Den Konkurrenten Ford Probe konnte man auch hinter sich lassen, aber das Non-Plus-Ultra in Bezug auf Rostschutz waren die mehr als 90.000 Calibra, die ab 1991 im finnischen Uusikaupunki bei Valmet Automotive gefertigt wurden. Die Skandinavier schafften es sogar, eine Schwachstelle an den Radläufen völlig auszumerzen.

Ob der Calibra nun aus Skandinavien oder Hessen kommt, erkennen Kenner an der Kennung – oder besser gesagt an der Fahrgestellnummer. Ist die Zahl hinter dem Buchstaben für das Baujahr eine „1“, handelt es sich um einen deutschen Calibra, ist dort eine „9“ zu lesen, kommt das Coupé aus Finnland.

Sollten Sie also über die Anschaffung des Manta-Nachfolgers nachdenken, werfen Sie einen genauen Blick auf die Fahrgestellnummer. Mit einem finnischen Calibra stehen Ihnen viele sorgenfreie Jahre in einem schönen Sportwagen bevor, dessen Motorisierung sich durchaus sehen lassen kann.

Für all jene, die es besonders sportlich mögen, ist der Calibra Turbo mit 204 PS zu empfehlen. Von null auf hundert geht es damit in nicht einmal sieben Sekunden, und auch die 245 km/h Spitze machen allen Motorsportfreunden Freude. Wer den Turbo in der tiefer gelegten Cliff-Motorsport-Edition aus den Jahren 1996 und ’97 in der Garage stehen hat, darf sich über eine echte Rarität freuen. Nur elf Mal wurde diese Version produziert. Damit wird man unter den unzähligen Calibra-Fans zum Star.