Daten

Pontiac Firebird 3. Generation
Baujahre: 1982 - 1992

Motorisierung: Ottomotor, Turbo, 121 - 225 kW, 2,5 – 5,7 Liter
Spitzengeschwindigkeit: 180 – 235 km/h
0 - 100 km/h: 6,1 – 9,2 Sekunden
Verbrauch: ca. 12,5 Liter
Schaltung: 4- oder 5-Gang
Länge, Breite, Höhe: 4839 - 4958 mm x 1839 mm x 1262 mm

Wie viele PKW wurden hergestellt?: ca. 720.000

Neupreis (1982): 7996 Dollar
Wert heute: 3.000 – 15.000 €
Vorgänger: 2. Generation
Nachfolger: 4. Generation

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PONTIAC FIREBIRD (1982-92)

Der Pontiac Firebird wurde bereits 1967 gemeinsam mit dem Chevrolet Camaro aus der Taufe gehoben. Beide Autos, unter der Regie des riesigen Konzerns General Motors gebaut, teilten sich eine Plattform und sind heute Klassiker – vor allem in den USA. Beide zählen zu der Kategorie Pony oder Muscle Car, sind aber wie Sie schon bemerkt haben für einen Youngtimer viel zu alt. Bei beiden Wagen handelt es sich um astreine Oldtimer. Doch die dritte Generation des Firebird ist ein Youngtimer, wie er im Buche steht und erfreut sich auch in Europa und Deutschland größter Beliebtheit. Warum?

Weil es eine Zeit gab, in der David Hasselhoff das Essen noch nicht vor laufender Kamera aus dem Mund fiel. Weil ein Intro, weil eine Serie den Firebird der dritten Generation zu einer Legende machten, die jeder Mann zwischen 25 und 40 Jahren kennt. Am 28. August 1985 flimmerte die markante Musik, flimmerte der schwarze Wagen erstmals über die Mattscheibe in die deutschen Haushalte. Erstmals sagte die markante Stimme von Christian Günther: „Er kommt - Knight Rider - ein Auto, ein Computer, ein Mann. (Pause) Knight Rider - ein Mann und sein Auto kämpfen gegen das Unrecht.“ K.I.T.T, das schwarze sprechende unzerstörbare Wunderauto, das David Hasselhoff alias Michael Knight vier Jahre lang durch 90 Folgen steuerte, ist ein Pontiac Firebird Trans Am.

Doch der fiktive Superbolide, den nichts zerstören konnte und der locker 400 km/h auf seinen Tacho brachte, hat mit seinem realen Zwilling wenig gemeinsam. Im Nachhinein erscheint es seltsam, wie die Produzenten bei Universal und Glen A. Larson Productions gerade auf den Großserien-Sportler von Pontiac kamen, warum sie gerade dieses Auto zum Ritter in schwarzer Rüstung im Kampf gegen das Böse machten. Der Firebird ist weder schnell noch wendig oder gar state-of-the-art. Der Firebird war, obwohl im Vergleich zur zweiten Generation ein wenig geschrumpft, ein Schlachtschiff: fast fünf Meter lang und mehr als 1,80 Meter breit. Dennoch wurde er im Jahr seiner Veröffentlichung vom renommierten amerikanischen Motor-Magazin „Road & Track“ zu einem der zwölf besten Autos der Welt erklärt. „Eine dramatische Verbesserung zum Vorgänger“, lautete das Urteil der Experten.

Wer heute in den Firebird einsteigt, sollte mit dem Gasfuß beim Losfahren gefühlvoll umgehen – er dreht leicht durch. Vielleicht war er also doch das perfekte Auto für die Fernsehserie. Denn durchdrehende Reifen machen im sandigen Südwesten der USA, wo sich das Super-Auto meist herumtrieb, immer etwas her. Dennoch, auch nach dem Start sollten sie mit Ihrem Firebird nicht umgehen wie Michael Knight mit K.I.T.T.. Der Firebird kommt weich und schwammig daher, seine Lenkung ist alles andere als präzise, und es soll durchaus auch Bremsen geben, die härter zupacken als die des Ami-Schlittens.

Dass Pontiac in der Entwicklung stehen blieb, kann man den Entwicklern aus der Automobil-Hochburg Detroit nicht vorwerfen. In seiner zehnjährigen Geschichte bekam der Firebird der dritten Generation jedes Jahr zumindest kleine Updates mit auf den Weg. Auch im mächtigen Motorraum tat sich immer wieder einiges. Zwischen 1982 und 1985 verpassten die Ingenieure dem Sportler in einer Modellvariante gar einen Reihen-Vierzylinder. Ein Experiment, das sich nicht durchsetzte. Die Amerikaner stehen nun einmal auf sechs oder besser acht Zylinder, die in einem V angeordnet sind.

Insgesamt gab es den Firebird zwischen 1982 und 1992 mit 14 verschiedenen Motoren zu erstehen. Hier liegt ein Grund dafür, warum sie sich einen Firebird in die Garage stellen sollten. Acht Zylinder und 5,7 Liter Hubraum klingen einfach geil. Tief, grollend, kräftig. Vielleicht kann man den Firebird am besten als Corvette für weniger gut Betuchte beschreiben, denn dieses Auto ist einfach cool. Das liegt auch an der gut funktionierenden Klimaanlage. Wer schon einmal in den USA war, weiß, was gemeint ist – die Amis lieben es kalt, auch im Auto.

Aber auch ohne Klimaanlage sollte ihnen im Firebird nicht allzu heiß werden. Duelle an der Ampel kann man sich sparen und allzu sportliches Fahren auf einer kurvigen Landstraße auch. Das Fahrwerk ist wie das gesamte Auto eher schwammig und weich, die Seitenneigung in Kurven erheblich. Aber wenn Sie mal auf einer breiten Landstraße in den Sonnenuntergang cruisen wollen, gibt es kaum ein cooleres Auto – egal ob als Coupé oder Cabrio. Und wenn sie dabei nicht mit ihrer adretten Beifahrerin sprechen wollen, ist das auch kein Problem. Ein riesiges Platzangebot, die Ausmaße des Fahrzeuges und die mächtige Mittelkonsole machen es möglich.

Ganz nebenbei: Bei Geschwindigkeiten über 120 km/h hören sie zumindest im Cabrio sowieso nichts mehr – ein kleiner Schönheitsfehler, mit dem der echte Cabriofan gern lebt. Der Firebird ist sicherlich kein Wunderwerk der Technik, auch wenn sein cW-Wert dank der Entwicklung im Windkanal sehr gut ist, aber er hat Stil, er ist cool und er erinnert sie an eine Periode in ihrem Leben, in der jede erfolgreiche Fernsehserie "ihr" Auto hatte. Das A-Team den „GMC Vandura“, Magnum seinen Ferrari 308 GTS, Colt Seavers den GMC Sierra Grande und Michael Knight seinen Firebird. Ersatzteile gibt es dank der vielen produzierten Autos genug – noch ein Grund, K.I.T.T. in Ihre Garage zu lassen.

Stefan Maurer