Es sind die Kotflügel. Diese mächtigen, sich nach Außen lehnende, riesigen Kotflügel, in denen die superbreiten Hinterreifen fast verschwinden. Durch sie bekam der Renault 5 Turbo seinen Kosenamen: Backenturbo.
Durch diese 23 Zentimeter mehr Breite (im Vergleich zum Serien R5) wurde er bekannt wie kein zweiter französischer Kleinwagen dieser Zeit. Und kein anderer Wagen war seinerzeit radikaler. Denn das Herz des Renault 5 Turbo, ein 4-Zylinder Mittelmotor mit Abgasturbolader, wurde dort eingebaut, wo bei anderen Autos die Rückbank war. Dadurch wurde der R5 Turbo zu einem zweisitzigem Kompaktsportwagen.
Die Fahrleistungen des R5 Turbo waren schlicht sensationell in dieser Klasse, auch aufgrund seiner 930 Kilogramm Gewicht: Der 4-Zylinder Motor schöpfte aus einem Hubraum von 1397 ccm satte 160PS, das maximale Drehmoment liegt bei 210 Nm (bei 3250 U/min).
Soviel Kraft brauchte Kühlung - was wiederum die weit ausgestellten Kotflügel mit den riesigen Lufteinlässen erklärt. Mit einer Beschleunigung von 0 bis 100 km/h innerhalb von 6,9 Sekunden war er nur eine zehntel Sekunde langsamer als so ein Porsche 911 SC, der Top-Speed lag bei 205 km/h. Doch diese Leistungen kosteten natürlich: Für den Kaufpreis von ca. 44600 DM hätte man auch eine Mercedes S-Klasse bekommen.
Der R5 Turbo wurde in den sechs Jahren Bauzeit in zwei Versionen hergestellt: Vom Typ I wurde bis 1982 insgesamt 1890 Exemplare produziert, ihm folgte direkt Typ II (3180 Stück).
Äußerlich sind diese Modelle kaum zu unterscheiden, jedoch orientierte sich das Interieur des Typ II stärker an das R5 Serienmodell. Diese und weitere Sparmaßnahmen ließen den Kauf eines R5 Turbos für weniger betuchte Interessenten möglicher werden, denn der Typ II war 10000 DM günstiger.