VW Golf 1 Cabriolet
Baujahre: 1979 - 1993
Unser Beispielmodell: VW Golf I Cabriolet GLI
Hubraum: 1588 ccm
Leistung: 81 kW / 110 PS
Drehmoment: 140 Nm bei 5.000 U/min
Spitzengeschwindigkeit: 172 km/h
0 - 100 km/h: 10,2 Sekunden
Verbrauch: ca. 9,0 l
Schaltung: 5-Gang
Länge, Breite, Höhe: 3815 mm x 1630 mm x 1395 mm
Leergewicht: ca. 940 kg
Wieviele PKW wurden hergestellt?
389.000 Stück
Neupreis: 22.520 DM
Preis heute: ca. 7.200 Euro
Vorgänger: VW Käfer Cabriolet
Nachfolger: VW Golf 3 Cabriolet (1993 – 1998)
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VW Golf 1 Cabrio
Viel Cabrio für wenig Geld: Das Golf 1 Cabrio war mit fast 400.000 Exemplaren das beliebteste und meistverkaufte Cabrio seiner Zeit.
Dabei war dieser Erfolg zu Beginn keineswegs abzusehen: Die Fans trauerten im Herbst 1978, als das Golf 1 Cabrio erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, immer noch dem gerade eingestellten offenen Käfer hinterher. Für das kastige Neue hatte man zunächst keinerlei warme Worte übrig: „Erdbeerkörbchen“ oder „Henkelmann“ – so wurde es verspottet. Der Grund für den Hohn: Der Überrollbügel hinter den Vordersitzen störte das ästhetische Empfinden der VW-Fans.
Dabei war gerade dieses Detail Ende der 70er Jahre innovativ: Das Golf Cabrio war das erste offene Auto mit einem festen Überrollbügel. Dieser bedeutete ein erhebliches Plus an Sicherheit und sorgte für Steifigkeit der Karosserie und Schutz bei Überschlägen. Endlich war Cabrio-Fahren weniger gefährlich.
Auch die größten Kritiker mussten bald einsehen: Das Käfer Cabrio war technisch auf dem Stand von Vorgestern. Der offene Golf dagegen hatte einen modernen Motor (70 PS und 1,5 Liter Hubraum oder 110 PS und 1,6 Liter Hubraum), bot ordentlich Platz und die Heizung funktionierte. Die kantige Form und den „Henkel“ nahm man für diese Vorteile schließlich zähneknirschend hin.
Dann kamen die Achtziger – und in dieses Jahrzehnt passte der kleine Flitzer wie der Deckel auf den Topf. Nicht zuletzt wegen erfolgreichem „Product Placement“: Dr. Udo Brinkmann (Sascha Hehn) düste Tag täglich mit seinem weißen Golf Cabrio zur „Schwarzwaldklinik", und auch in Serien wie Remington Steele, A-Team und Beverly Hills 90210 fuhren die coolsten Popper mit dem Golf Cabrio vor.
Das hatte zur Folge, dass plötzlich fast jeder eines haben wollte: Egal, ob Abiturient aus reichem Elternhaus, autobegeisterte Friseuse, Tennis spielender Yuppie oder Hausfrau – das Golf Cabrio verkaufte sich blendend und in allen Bevölkerungsschichten. Im Sommer stand das Auto keinen Tag still: Mit vereinten Kräften klappte man das schwere Dach nach hinten und kurvte mit möglichst vielen Freundinnen oder Freunden zum Sound von Donna Summer und Modern Talking durch die Stadt, ins Freibad oder zur Eisdiele.
Um bei der „Generation Golf“ dabei sein zu können, sahen die Fans auch geflissentlich über kleinere Mängel des bei Karmann in Osnabrück gefertigten Cabrios hinweg. Das heruntergeklappte PVC-Dach etwa ragte so hoch auf, dass man die nachfolgenden Autos nicht annähernd erkennen konnte, das Türschloss war mit einem handelsüblichen Schraubendreher in weniger als einer Minute zu knacken, der Kofferraum war winzig und die Versicherungssumme die eines Luxussportwagens – wohl wegen der vielen Frauen und/oder Fahranfängerinnen am Steuer. Alles egal – sie liebten ihr Golf Cabrio.
1987 verpasste Volkswagen dem Golf Cabrio ein kleines Facelift, es wirkte jetzt bulliger und breiter durch Schwellenverbreiterungen und größere Plastikstoßfänger mit angesetzten Radläufen. Seinem Erfolg tat das keinen Abbruch. Das Einser-Golf Cabrio blieb und blieb und blieb – selbst als beim geschlossenen Golf schon längst ein neues Modell auf dem Markt war. Erst 1993 lief das letzte Modell vom Band – und wurde nahtlos vom Golf 3 Cabrio ersetzt. Dieses verkaufte sich auch ganz ordentlich. Doch im Vergleich zum „Erdbeerkörbchen“ war der Nachfolger eher farblos. Den Kultstatus des Vorfahren konnte er nicht erreichen.
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